Der Fachverband Seenot-Rettungsmittel e.V. warnt

18. April 2012

Fachverband Seenot-Rettungsmittel kritisiert Übungsablauf bei einer Ausbildungsfahrt scharf – unverantwortliches Verhalten des Segellehrers.

Der Fachverband Seenot-Rettungsmittel hat Kenntnis von einer sehr eigenwilligen Auslegung der Übung eines Mensch-Über-Bord-Manövers (MOB) erhalten. Danach soll ein Segellehrer mit seinen Auszubildenden das MOB-Manöver derart geübt haben, indem er nach Erklärung des Manövers bei vier Windstärken fernab einer Küste selbst über Bord sprang, um sich retten zu lassen.

Nach Auffassung des FSR stellt dieses Verhalten eine grobe Fahrlässigkeit und schlechte Seemannschaft dar.

Das Verhalten des Segellehrers ist unverantwortlich, da er als Skipper die Crew nicht nur in einer Krisensituation im Stich ließ, sondern diese Gefahr sogar selbst und bewusst herbeiführte.

Um das MOB-Segelmanöver und das Anlaufen einer über Bord gegangenen Person zu üben, hätte das Werfen einer Boje ausgereicht. Ein Manöver mit einer realen Person im Freiwasser birgt extreme Risiken, die aus der Übungssituation nur allzu rasch einen Ernstfall machen. Das reicht vom möglichen Nicht-Wieder-Finden der über Bord gegangenen Person bis zu Verletzungsgefahren beim Anlauf und beim Bergen. Der FSR warnt deshalb dringend vor solcher Praxis.

Um das an-Bord-Hieven einer Person zu trainieren, wäre höchstens die geschützte Lage eines Hafenbeckens angemessen. Zu beachten ist: Selbst, wenn dabei alle erdenklichen Sicherungsmaßnahmen getroffen werden, zum Beispiel Helfer in Schlauchbooten und im Wasser zur Verfügung stehen, können gesundheitliche Komplikationen auftreten. Eine solche Übung ist bewusst auf eigene Verantwortung durchzuführen.

Im FSR haben sich 13 führende deutsche Unternehmen - Hersteller und Importeure von Seenot-Rettungsmitteln - zusammengeschlossen, deren Ziel es ist, die Sicherheit auf dem Wasser zu verbessern.

Informationen rund um das Thema Seenot-Rettungsmittel und das Verhalten auf dem Wasser erteilt der FSR, Gunther-Plüschow-Straße 8, 50829 Köln, Telefon: 0221/595710 sowie unter www.fsr.de.com