Bitte denken Sie an Ihre Nummer!

Ein Schiff wird gestohlen, es kommt zur Anzeige! Aber wie beschreiben Sie das Schiff? Segelyacht, acht Meter lang, blauer Rumpf? Das sind nicht wirklich klare Identifizierungsmerkmale. Die Rumpfnummer – innerhalb der Europäischen Union CIN-Nummer (Craft Identification Number) genannt – ist hingegen ein eindeutiges Erkennungszeichen.

Jede Rumpfnummer ist einmalig und dient der eindeutigen Identifizierung eines Wassersportfahrzeugs. Seit 1998 müssen Wassersportfahrzeuge inklusive Schlauchboote und Jetskis zwischen 2,50 und 24 Meter Länge nach der Sportbootrichtlinie (CE-Richtlinie) der Europäischen Union über eine Rumpfnummer verfügen. Seit 2006 gilt dies auch für Schiffe, die aus einem nicht EU-Land in die Europäische Union eingeführt und in Fahrt gebracht werden. In der Praxis kann das bedeuten, dass beispielsweise ein Gebrauchtboot, das aus den USA importiert wird, nachzertifiziert werden muss. Es kann sogar auch sein, dass Umbaumaßnahmen, beispielsweise an der Gasanlage, vorgenommen werden müssen, da sie nicht den EU-Maßgaben entsprechen.

Identifikationsmerkmal

Fahrzeuge, die bereits vor 1998 in Fahrt gesetzt wurden, sind von dieser Regelung ausgenommen, sollten aber nach Meinung von Dirk Hilcken, Versicherungsspezialist bei Pantaenius, ebenfalls nachzertifiziert werden. „Die CIN-Nummer dient der eindeutigen Identifizierung und ist deshalb in vielerlei Hinsicht hilfreich.“

Die Rumpfnummer ist in der Regel rechts am Spiegel des Wasserfahrzeugs angebracht – einlaminiert, geschweißt, genietet oder angeschraubt. Sie darf nicht entfernt werden und wird immer in Zusammenhang mit einem CE-Zertifikat vergeben. „Diese Bescheinigung sollte sich jeder Eigner bei der Anschaffung eines Bootes – egal, ob Neu- oder Gebrauchtbootkauf – aushändigen lassen“, gibt Hilcken zu bedenken. Des Weiteren sei es ratsam, eine Kopie an Bord mitzuführen, da bestimmte Behörden bei Kontrollen gegebenenfalls danach fragen. So wurde in der jüngsten Vergangenheit in italienischen und spanischen Gewässern vermehrt ein CE-Zertifikat verlangt. Kann es nicht vorgelegt werden, dann gehen die Beamten davon aus, dass das Boot ohne Bescheinigung in die EU eingeführt wurde, und fordern die nachträgliche Zahlung der Mehrwertsteuer. Das kann teuer werden.

Bei Diebstahl hilfreich

Da über die Rumpfnummer ein Wasserfahrzeug klar identifiziert wird, bittet auch Pantaenius seine Kunden, die Daten bei Abschluss einer Versicherung anzugeben. Über die CIN-Nummer wird eindeutig festgehalten, welches Boots versichert ist. Die Nummer wird außerdem in die Blaue Versicherungskarte eingetragen, die immer an Bord sein sollte, da sie ein eindeutiger Beleg für den Versicherungsschutz ist. Hilcken: „In Deutschland besteht zwar kein Zwang zu einer Haftpflichtversicherung, in anderen Ländern aber schon. Deshalb ist es sinnvoll, die Blaue Karte mitzuführen.“

Hilcken rät, sich grundsätzlich sämtliche Identifikationsnummern zu notieren. Das gelte auch für die herstellerspezifische Motornummer sowie Kennziffern auf Funkgeräten und anderen Ausrüstungsgegenständen. „Bei Diebstahl ist das sehr hilfreich für die Ermittlungsbehörden.“ Aber auch für Garantieansprüche oder bei Reparaturen sollte man die Identifikationsnummern immer zur Hand haben.